Mit dem Auto vor der traumhaften Jugendstil-Kulisse in Traben-Trarbach baden gehen. Das ist der Traum vieler Liebhaber, die ein Amphibienfahrzeug besitzen. Zur „Amphib 2014“ vom Samstag, 2. bis 9. August kommen die ungewöhnlichen Fahrzeuge aus ganz Europa. Darunter sind alte Militärfahrzeuge und schicke Cabrio-Viersitzer. Die Fahrer brauchen nicht nur einen Führerschein für die Straße, sondern auch einen Bootsführerschein. Viele Fahrzeuge sind einzigartige Originale. Mittlerweile existieren in Deutschland nur noch 70 Stück. Anfang der 60ziger Jahre waren es fast 4000 Fahrzeuge, die gebaut wurden. Damals zahlte man rund 10.000 Mark, heute muss ein Liebhaber für ein gepflegtes Amphicar rund 70.000 Euro auf den Tisch legen.

Die internationalen Liebhaber der amphibischen Fahrzeuge treffen sich seit 1987 regelmäßig einmal im Jahr in einem anderen europäischen Land. In den vergangenen Jahren fand die „Amphib“ in Italien, Norwegen, Schweiz, Frankreich und England statt. Dieses Jahr treffen sich rund 65 Lieberhaber mit ihren Fahrzeugen zum 4. Mal innerhalb der 28-jährigen Geschichte in Deutschland, Traben-Trarbach. Amphibisten aus Holland, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Österreich, Italien, Frankreich, Schweiz, England, Spanien, Dänemark, Schweden, Norwegen und sogar aus Amerika kommen zusammen, um eine Woche nichts anderes zu tun als mit Ihren Autos baden zu gehen, zu fachsimpeln, sich auszutauschen und Freundschaften über die Grenzen zu pflegen. In dieser Woche können Gäste rund um Traben-Trarbach und auf dem Sportplatz die Fahrzeuge bestaunen. Am Montag, den 4. August, um 13 Uhr werden die amphibischen Fahrzeuge in Bernkastel-Kues am Parkplatz (am Gestade - unterhalb des Mosel-Gäste-Zentrums) erwartet. Das ist ein rollendes und schwimmendes Museum, denn es sind Fahrzeuge dabei, die nur noch einmal auf der ganzen Welt existieren.

Die Amphibienfahrzeuge haben ihren Namen von der ältesten Tierart, den Lurchen. Viele Arten der Amphibien verbringen zunächst ein Larvenstadium im Wasser und gehen nach einer Metamorphose zum Leben an Land über. Amphibia kommt aus dem altgriechischen und bedeutet doppellebig.

Und hier etwas zur Geschichte: Der Amerikaner Oliver Evans entwickelte 1804 den Oructer Amphibolis, ein dampfgetriebenes Fahrzeug, mit vier Rädern und einem Schaufelrad am Heck. Durch Verstellen von Riemenscheiben konnte auf den jeweiligen Antrieb umgeschaltet werden.

Das erste bekannte motorisierte Amphibienfahrzeug entstand im Jahr 1899 in Dänemark unter dem Namen Magrelen Amphibium. Zahlreiche weitere Versuche folgten, den Automobilen das Schwimmen beizubringen, die bis Mitte der 1920er größtenteils darin bestanden, Fahrgestelle an Boote zu montieren. Am 19. April 1909 erhielt Jean Rech aus Mehlem das Patent Nr. 208869 für ein zu Wasser und zu Land nutzbares Fahrzeug. Ein bedeutender Schub in der Entwicklung schwimmfähiger Fahrzeuge waren die Anforderungen der Militärs im Zweiten Weltkrieg. Die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 wurden teilweise mit schwimmfähigen Varianten des Sherman-Panzers, sogenannte „DD-Tanks“ und eigens konstruierte „Landing Vehicle Tracked“ durchgeführt. Die meisten schwimmfähigen Fahrzeuge entstehen jedoch als Eigenumbauten. Besonders kreativ sind kubanische Flüchtlinge, die mit umgebauten amerikanischen Oldtimern die Flucht in die Vereinigten Staaten versuchen. Meistens werden sie von der Küstenwache aufgegriffen und zurückgeschickt - die Fahrzeuge versenkt.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Samstag, 02. August 2014 um 08:47 Uhr | 1262 Aufrufe

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