Bernkastel ist immer wieder eine Reise wert. Der Ortskern ist mit seinen schönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert und den schmalen Gässchen einmalig. Seit 1905 heißt es Bernkastel-Kues, mit rund 7000 Einwohnern eine der größten Städte an der Mosel. Der höchste Berg liegt 415 Meter hoch. Allerdings ist der Olymp eher eine Erhebung. Dort finden sie schöne Wanderwege zur Burg Landshut und dem naheliegenden Hunsrückdorf Monzelfeld. Besucher haben gleich mehrere Ortsgemeinden mit berühmten Weinen in der Nähe: Graach, Longkamp, Monzelfeld, Veldenz, Mülheim, Lieser, Maring Noviand, Platten und Zeltingen-Rachtig. Eine Menge Auswahl für jeden Tag.
Bernkastel-Kues ist verschont vom Regen der aus dem Westen kommt. Genau hier beginnt der Übergang zum eher trockenen Kontinentalklima. Diese Gegend ist schon lange vor den Römern besiedelt. Die ersten Zeugnisse menschlicher Besiedlung sind 5000 Jahre alt. Auf der heutigen Burg Landshut stand schon im 4. Jahrhundert ein Kastell mit dem Ort Princastellum. Das beweisen Keramik- und Eisengegenstände aus dieser Zeit. Der Name Landshut erhielt die Burg erst im 16. Jahrhundert. Wer an die Mosel reist, muss natürlich Gedicht „Mosella“ kennenlernen. Der römischer Dichter und Lehrer Ausonius verfasste dieses Gedicht 370 n. Christus in 483 Hexameter. Mit diesem klassischen Versmaß der epischen Dichtung wurde auch die Odyssee und Ilias von Homer geschrieben. Heute beginnt das Lied mit „Oh Mosella, du hast ja so viel Wein…“
Es gibt nicht nur berühmte Leute aus Bernkastel-Kues, sondern auch der berühmte Wein „Bernkastler Doktor“. Direkt über dem historischen Ortkern von Bernkastel-Kues liegt die Großlage Badstube. Die steile Süd-Südwest Lage mit einem Boden aus verwittertem Tonschiefer bringt fein strukturierte Weine mit würzigem Geschmack hervor. Das der Wein dem Kurfürsten Boemund II von einer schweren Krankheit geheilt haben soll, ist eine Legende. Aber König Edward VII trank den Bernkastler Doktor als Medizin. Der Geheimrat Julius Wegeler, Mitinhaber der Sektkellerei Deinhard, kaufte 1901 eine Parzelle für 100 Goldmark pro Rebstock. Seitdem hat diese Steillage den Ruf, Deutschlands teuerster Wein zu sein.
An Nikolaus von Kues (1401 – 1464), oder latinisch Nicolaus Cusanus, kommt man in Bernkastel nicht vorbei. Der universal gebildete Philosoph Theologe und Mathematiker gehörte zu den ersten deutschen Humanisten vom Spätmittelalter zu früher Neuzeit. Er spielte in der Kirchenreform eine bedeutende Rolle und er war ein talentierter Diplomat. Das Cusanusstift wurde 1451 als Armenhospital errichtet und ist heute ein Altenheim mit einer berühmten Bibliothek. Nikolaus von Kues hat seiner Stiftung zahlreiche Handschriften hinterlassen. Darin erhält man einen guten Einblick in seine „Denkwerkstatt“.
Zurück in die Gegenwart von Bernkastel-Kues
Der Winzermeister Peter Mertes aus Minheim hatte 1924 die Idee, Weine für jeden bezahlbar zu machen. Damals konnte sich nur die Oberschicht Weine leisten. Heute produziert das Familienunternehmen mit 300 Mitarbeiter weltweit Weine für viele Supermärkte und besitzt Deutschlands größter Barriquekeller. In Bernkastel-Kues erleben sie Geschichte, Natur, guten Wein und nette Menschen.

 

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Samstag, 28. Mai 2011 um 08:46 Uhr in Mosel | 1908 Aufrufe

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