Als Postmeister Muck den Karnevalsverein „Huckebein“ gründete, schrieb man das Jahr 1879. Der älteste Karnevalsverein im gesamten Landkreis Bernkastel-Wittlich ist somit 133 Jahre alt. Als Maskottchen wählte man 1883 den Raben „Hans Huckebein“. Heute besitzt der Rabe ein Gehstock. Der Verein überlebte zwei Weltkriege. Nach einer kleinen Pause, nach dem zweiten Weltkrieg bis 1953 ging es weiter. Die städtischen Vereine, das Männerquartett und Männergesangverein organisierten 1954 die erste Kappensitzung. Damals schlängelte sich ein großer Rosenmontagszug, an dem sich alle Vereine beteiligten, durch die Straßen von Bernkastel. In den 60ziger Jahren gab es noch einmal eine kleine Pause. Die Kolpingfamilie ließ 1977 die Karnevalsveranstaltungen wieder aufleben. Allerdings fiel der Karnevalsumzug 1984 in ein einen 13jährigen Dornröschenschlaf. Ist jetzt wieder Zeit für einen Dornröschenschlaf? Denn in diesem Jahr wird es keinen Umzug geben. Zu wenig Wagen, zu wenig Freiwillige, die sich am Wagenbau oder an Fußgruppen beteiligen. Aber der KV Huckebein macht nicht nur Umzüge. Drei große Kappensitzungen und zwei Kindersitzungen stehen immer noch auf dem Programm. Hoffen wir mal, dass es für die Karnevalisten nächstes Jahr wieder einen Umzug gibt!
Und jetzt noch einmal Vokabeln lernen. Woher stammt eigentlich das Wort „Hellau“? Ein dreifaches Helau, bedeutet für jeden Narren ein Lohn für Leistung. Zur fünften Jahreszeit hört man es überall. Das erste „Helau“ kam 1935 aus Düsseldorf an die Mosel. Kirchliche Quellen belegen, dass der Ausruf durch das kirchliche „Halleluja“ entstand. Aber sicher ist sich da keiner. „Halleluja“ ist die deutsche Übersetzung des hebräischen „hillel“ für preisen und „Jah“ für den Gottesnamen. Also auf deutsch „Lobpreiset Jah!“ Eine Lobeshymne auf die Narren mit einem dreifachen „Helau“.
Und was ist eine Narrenkappe? Damit die Narren besser erkennbar waren, führte ein preußischer General die Narrenkappen ein. Die Papierkappen wurden an Aschermittwoch verbrannt. Aber schon bald waren diese Mützen zu teuer zum verbrennen. Es gibt eine Vielfalt von Kappen, die sich hierarchisch vom Präsidenten bis zum Mitglied unterscheiden. Die Form gleicht einer Jakobinermütze während der Französischen Revolution von 1789. Ursprünglich trugen nur Leibeigene und Sträflinge diese Mütze, bis die Bastille-Stürmer diese Kappe zur „Liberté“, Freiheit ernannten. Also Narrenfreiheit an Karneval für alle Rheinländer, Moselaner und Narren, die sich gerade in diesem Gebiet aufhalten.

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 12. Februar 2012 um 19:18 Uhr in Mosel | 2215 Aufrufe

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