Die Liebfrauenkirche direkt neben dem Trierer Dom ist zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg die älteste gotische Kirche in Deutschland. Die antike Doppelkirchenanlage stammt aus der Zeit des Kaiser Konstantin des Großen. Diese wurde nach 1000 Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen. Auf dem Fundament entstand um 1230 der Bau einer neuen Kirche unter Erzbischof Theoderich von Wied. Das Bauwerk gehört außerdem zu den seltenen Zentralbauten dieser Zeit, dessen Hauptachsen gleich lang sind, vermutlich aus Grabbauten im Altertum entstanden. In der Hälfte des Baus gingen die finanziellen Mittel aus. Durch eine Kollekte in der Diözese Köln konnte der Bau 1260 vollendet werden. Die Kirche gilt als „Mutterkirche“ aller Kirchen der Trierischen Provinz. Die hohe Spitze auf dem Vierungsturm wurde 1492 aufgesetzt. Diese Spitze wurde technisch und handwerklich als „Daedali arte“ bezeichnet. Daidalos ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, ein brillanter Erfinder, Techniker, Baumeister und Künstler. Allerdings wurde die hohe Spitze 1631 durch einen Sturm zerstört. Die Kirche diente als Grabkirche und Mitglieder des Domkapitels lasen täglich ihre Messe. Die französische Besatzung trennten 1803 Liebfrauen vom Dom. Früher führten zahlreiche Prozessionen vom Dom aus in die Liebfrauenkirche hinein. Napoleon wollte die Kirche abreißen lassen, doch der damalige Bürgermeister sagte „Sire, sie wollen doch wohl nicht das Meisterwerk eines französischen Architekten abreißen“. Anstelle dessen wurde die St. Laurentiuskirche, abgerissen. Der Durchgang zum Dom wurde zugemauert, aber 1959 zur Heilig-Rock-Wallfahrt wieder geöffnet. Zusammen mit dem Trierer Dom und den römischen Kulturdenkmälern in Trier und Umgebung steht die Liebfrauenkirche auf der Liste des UNESCO Welterbes.

Die Restauration der Liebfrauenkirche dauerte vier Jahre und kostete 7 Millionen Euro. Es wurde eine neue Heizungsanlage eingebaut, 1000 Quadratmeter feiner Sandsteinboden verlegt, 4500 Meter Fugen verputzt, Fenster ausgetauscht und Steinschäden repariert. Die neu restaurierten Apostelbilder sind ein besonderes Meisterwerk der Restauration. Beim reinigen der Wände wurden eine Tonne Staub abgesaugt. Seit dem 4. September ist die Kirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 13. September 2011 um 10:19 Uhr in Mosel | 2041 Aufrufe

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