„Musik ist die einzige Sprache, in der man nicht lügen kann.“ Das sagte einmal der berühmte Violinist und Dirigent Yehudi Menuhin (1916-1999) Das Mosel Musikfestival baut mit seinem Programm musikalische Brücken über ideologische, religiöse und sprachliche Grenzen hinweg. Internationale Künstler aus der Türkei, Dänemark, England, der Schweiz, Russland, den USA oder Finnland musizieren Seite an Seite mit nationalen oder regionalen Akteuren. Mit rund 50 Veranstaltungen ist das Mosel Musikfestival das älteste und größte Festival für klassische Musik in Rheinland-Pfalz und eines der größten in Deutschland. Auch in diesem Jahr wird die gesamte Mosel-Region wieder in eine klingende Konzertbühne von internationalem Rang verwandelt.

Eröffnungskonzert - Schönberg: A Survivor from Warsaw - Beethoven: 9. Sinfonie

Samstag, 8. Juli 2017, 20.00 Uhr in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin in Trier

Arnold Schönbergs Werk „Survivor from Warsaw“ (Überlebender aus Warschau) erschüttert die Seele und gilt als eines der wichtigsten musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust. In dem etwa siebenminütigen Melodram beschreibt Schönberg in strenger Zwölftontechnik bereits zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto von 1943. Es war der ausdrückliche Wunsch von Opernsänger Franz Grundheber das dreisprachige Werk in das Programm des Eröffnungskonzertes aufzunehmen. Expressiv deklamiert Grundheber sowohl den Erzähler auf Englisch als auch die Kommandos des Feldwebels auf Deutsch und offenbart in jenen Worten und Sätzen einen Kosmos an Bühnenerfahrung und schauspielerischem Können. Über den Zählappell erhebt sich der Chor mit dem „Schma Jisrael“, dem jüdischen Glaubensbekenntnis. Auf Apokalypse folgt Hoffnung: Die neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven (Uraufführung 1824) beschwört Einigkeit, Freiheit und Humanität und ist weltweit eins der populärsten Werke der klassischen Musik.

Renaud Capuçon, Violine und Khatia Buniatishvili, Klavier - French Connection Dienstag, 11. Juli, um 20 Uhr im Barocksaal Kloster Machern, Bernkastel-Wehlen

Beide Künstler interpretieren vier romantische Stücke für Violine und Klavier von Antonin Dvorák, die Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 c-Moll von Edvard Grieg und die Sonate für Violine und Klavier A-Dur von César Franck.

 

Die Konzerte finden an interessanten Spielstätten statt.

Hier eine kleine Auswahl:

Weingut Markus Molitor, Haus Klosterberg 1, in Bernkastel-Wehlen

Mit viel Liebe zum Detail, historischen und modernen Materialien ist das Gut mit seiner neuen Vinothek ein architektonisches Highlight unter den Weingütern an der Mosel – u.a. ausgezeichnet mit dem "Architekturpreis Wein 2013".

Kloster Machern, An der Zeltinger Brücke, in Bernkastel-Wehlen

Nach dem Jahr 1084 gab es schon Erwähnungen eines Weingutes am Ort des späteren Zisterzienserinnenklosters. Die eigentliche Gründung vollzog sich im Jahre 1238, in dem es als Frauenkloster in den Ordensverband der Zisterzienser aufgenommen und der Abtei Himmerod unterstellt wurde. Seine Lage im Herzstück der Mittelmosel und die bedeutende Stellung des Zisterzienserordens im europäischen Spitzenweinbau (vor allem Clairvaux – Burgund, Kloster Eberbach - Rheingau, Kloster Himmerod - Mosel) machten Machern mit seinen Besitztümern in Wehlen, Rachtig und Zeltingen zu einem einflussreichen weinbaulichen Zentrum.

Einheimische Bürger bedachten die Abtei mit großzügigen Schenkungen von Ländereien und mit den ohnehin fälligen Abgaben, dem Patronats- recht der umliegenden Orte, entwickelte sich Machern zur einer wohlhabenden und bedeutenden Abtei. 1395 verlieh der Bischof von Trier ihr das Recht zum Weinausschank und zur Gerichtsbarkeit während der Jahrmärkte in Machern. Erst im 16. Jahrhundert begann der Glanz langsam zu verblassen und in den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges blieb das Kloster nicht unbeschadet.

Nach Kriegsende begann man am Ausgang des 17. Jahrhunderts unter der bedeutenden Äbtissin Maria Ursula von Metternich mit einem Neubau der Gebäude, die im 18. Jahrhundert in der heute bestehenden festlich barocken Form fertig gestellt wurden.

Ende des 18. Jahrhunderts war der Verfall des Klosters jedoch nicht mehr aufzuhalten. Ökonomische Einbußen gingen einher mit dem Verlust klösterlicher Traditionen. 1793 bestand der einst blühende Convent lediglich aus sechs Klosterfrauen und einer Äbtissin. 1802 wurde die Abtei durch die napoleonische Säkularisierung geschlossen und der Besitz zur landwirtschaftlichen Nutzung veräußert. Die Kirche diente als Scheune, Fenster wurden zugemauert, Decken und Wände schwer beschädigt. Zweihundert Jahre lang war das gesamte Gebäudeensemble dem Verfall preisgegeben.

Erst 1969 entdeckte Weingutbesitzer Franz Schneider den Reiz von Kloster Machern neu und erwarb den Besitz. Liebevoll verlieh er dem gefundenen Schmuckstück moselländischer Sakralarchitektur in zwanzigjähriger Restaurierung neuen Glanz. Im Jahre 2000 wurde das Kloster von dem Bürgerverein 1864 AG und der Günther Reh Stiftung, die dem Behindertensozialwerk in Bernkastel-Kues zugute kommt, erworben und die Hofgut „Stift Kloster Machern“ AG gegründet. Das Kloster wurde für die heutige Nutzung renoviert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Es beherbergt heute Freizeitmöglichkeiten, Gastronomie und ein Museum.

In der Güterhalle "Alter Bahnhof",

im Stadtteil Kues gelegen, finden das ganze Jahr über Veranstaltungen verschiedenster Art statt. Von Edelsteintagen bis zu Foren über exotische Tiere, Antik- und Flohmärkte, bis zu Informationsveranstaltungen.

Das Weingut „Rebenhof – Die Riesling Manufaktur“ befindet sich Ürzig, im Herzen der Mittelmosel, unweit der mittelalterlichen Wein- und Philosophenstadt Bernkastel-Kues. Das moderne Ambiente des Riesling-Weingutes stellt eine Hommage an die Leitrebsorte der Mosel dar. Klare Linien, natürliche Materialien wie Schiefer und Eichenholz stehen im Kontrast zu Glas und Stahl.

Auf ca. 7 ha werden ausschließlich Rieslinge, größtenteils aus den Steilhängen der berühmten Weinlagen „Ürziger Würzgarten“ und „Erdener Treppchen“ angebaut. Bewusst niedrig gehaltene Erträge der überwiegend alten wurzelechten Rieslingreben entfalten das ganze Potential des Weinbergs. Durch behutsame Vinifikation (selektive Handlese, schonende Traubenverarbeitung, langsame natürliche Vergärung und Reife) bleibt der Wein so erhalten was die Traube mitgebracht hat. Das Terroir, die Synthese aus Boden, Mikroklima, Reben und dem Können des Winzers, kann im Glas eine spannende Faszination auslösen.

Rittersaal Schloss Veldenz

Mittelalterliches Ambiente finden Sie im Rittersaal mit großem Kamin, Eichentischen, Truhen, Radleuchter, Ritterrüstungen und einem Wandteppich "Kaiser Heinrichs Romfahrt". Eine "Ahnengalerie" zeigt die Wittelsbacher Fürsten des Fürstentums Pfalz-Veldenz. Ausgestellt sind original Fundstücke von Münzen bis zur Kanone. Der Speisesaal mit Küche wird heute für Jugendfreizeiten genutzt.

Ehemaliges Kraftwerk, Bahnstraße 36, in Traben-Trarbach

Das Kohlekraftwerk war von 1890 bis 1918 in Betrieb und versorgte ab 1889 die Stadt mit der ersten, vollständig elektrischen Straßenbeleuchtung in Deutschland.

Konstantin-Basilika, Konstantinplatz, in Trier

Die Basilika, der Thronsaal Kaiser Konstantins, ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überlebt hat. Die Römer wollten durch die Architektur Größe und Macht des Kaisers ausdrücken, was Ihnen hier besonders eindrucksvoll gelang: die riesige Halle ist so groß, daß ein 7-Sekunden-Nachhall auf die große Orgel antwortet!

Die Raumtiefe wurde durch optische Raffinessen noch unterstrichen - sowohl die Fenster der Apsis als auch die Nischen darunter werden zur Mitte hin kleiner und schaffen damit eine perspektivische Verzerrung. Das römische Gebäude war im Innenraum mit Marmor, Mosaiken und Statuen geschmückt und durch den Marmorfußboden heizbar. Im 5. Jahrhundert bauten die Franken nach der Zerstörung eine ganze Siedlung in die dachlose Ruine. Später benutzte der Trierer Erzbischof die Basilika als Verwaltungszentrum. Nach 1614 wurden drei Palastflügel angebaut. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Palastaula als die erste und älteste protestantische Kirche im katholischen Trier genutzt.

Klosterruine Stuben in Bremm

In dieser Kirchenruine sind Konzerte besonders eindrucksvoll. Mit einer Länge von 45 Metern und einer Breite von über zehn Metern ist die nördliche Längsseite mit neun spitzbogigen Fenstern, die südliche sechs, während der Chor mit drei Fenstern versehen ist. In der Westwand, die mit einem Flügel des Klosters verbunden war, wird ein großes Rundfenster angenommen. Im Innern sind noch die Nischen erkennbar, in denen sich die Beichtstühle befanden.

Weitere Informationen unter: http://www.moselmusikfestival.de

 

 

 

 

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Freitag, 30. Juni 2017 um 17:23 Uhr | 602 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

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