Briedel ist ein gemütlicher Ort nicht weit von Bernkastel-Kues entfernt. Hier gibt es gut markierte Wanderwege, mitten durch die „Briedeler Schweiz“. Die Wege führen durch Wälder, Felsspalten und schöne Aussichtspunkte. Einer davon ist die Martinslay. Ein Felskopf inmitten der Weinberge. Wanderer haben auf der Martinslay einen schönen Blick auf die St. Martinkirche und die „Briedeler Schweiz“. Seit 2004 steht dort eine Schutzhütte, die mit ehrenamtlichen Helfern aufgebaut wurde. Hier geben einige Winzer kleine Weinproben an. Vor Jahren brannte hier das Martinsfeuer. Dafür sammelten die Jugendlichen aus Briedel Autoreifen, Holz, Sperrmüll, alles was irgendwie brannte. Heute werden nur noch umweltfreundliche Holzreste für das Feuer verwertet. Seit einigen Jahren wird das Feuer auf der gegenüberliegenden Moselseite angezündet, weil es von dort besser zu sehen ist. Der heilige Martin ist der Schutzpatron der Pfarrkirche in Briedel. Dafür feiert Briedel jedes Jahr ab dem 6. November die Martinswoche. Das ist einer von vielen alten Bräuchen an der Mosel, die noch lebendig sind. Martinstag war früher Lohntag. Knechte und Mägde erhielten ihren Jahreslohn. Sie waren frei oder konnten ihr Arbeitsverhältnis wieder verlängern. Auch Zinsen und Pachtgelder wurden an diesem Tag bezahlt. Die Felder waren bestellt, es gab vor Weihnachten nichts mehr zu tun. Der Kurfürst verbot 1778 die Martinsfeuer. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Brauch wieder lebendig. Am 10. November ziehen die Kinder mit Winzerkapelle, Feuerwehr und dem heiligen Sankt Martin durch das Dorf zum Martinsfeuer, wo jeder eine Brezel mit Kakao bekommt. Für die Großen steht Glühwein bereit.
Briedel bietet aber auch andere Sehenswürdigkeiten. Der Ort gehörte zum Zisterzienserkloster Himmerod und damit auch dem Erzbischof von Trier. Vor dem 13. Jahrhundert gab es immer wieder Kämpfe zwischen Kurfürsten und Erzbischof, weil die Grenzen noch nicht endgültig festgelegt waren. Viele Landbesitzer versuchten ihr Gebiet auszudehnen. Die Einwohner schützten sich mit einer Ringmauer, denn oft mussten sie Soldaten aufnehmen und verpflegen. 1343 gab es Streitigkeiten über die Finanzierung des vierten Tores der Ringmauer zwischen der Gemeinde Briedel, dem Kloster Himmerod und dem Kurfürsten von Trier. 1376 erhielt Briedel die Stadtrechte. Zwar änderte das nicht unbedingt die Situation der Bürger, aber sie waren durch die Ringmauer, wie mit einer Stadtmauer geschützt. Ringmauer und Eulenturm gehören heute zu den Sehenswürdigkeiten.
„Briedeler Herzchen“ heißt der Wein in Briedel. Ein Glas „Briedeler Herzchen“ zur Einstimmung auf den Ort ist ein guter Anfang. Es gibt noch weitere Weinlagen rund um Briedel wie Nonnengarten, Schäferlay, Schelm und Weißerberg.
Für Kunstinteressierte ist die Deckenbemalung in der Sankt Martinskirche mit Orgel und Hochaltar ein Besuch wert. Christof Scheer schnitzt Tierfiguren mit einer Motorsäge. Der Künstler gibt eine Vorstellung nach Wunsch. Einfach anrufen: Tel: 0 65 42 - 90 10 99

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Samstag, 23. Oktober 2010 um 09:56 Uhr in Mosel | 4839 Aufrufe

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