Kommendes Wochenende vom 25. -26. Juni trifft man sich an der Mosel in Traben- Trarbach. Zum 13. Mal lassen die Traben-Trarbacher ihre Altstadt hochleben. Der Gefangenenchor singt, die Weinkönigin Sophia ist zu Gast und die Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus eröffnet das Fest am Freitag um 18 Uhr. Ab 20 Uhr geht es weiter mit Funky Town. Am Samstag sind die engen Gässchen voll mit Flohmarktständen und Tombola. Das „Busch Baum Duo“ spielt am Nachmittag den feinsten Jazz, Sonntag tanzt die Jazztanzgruppe und das Mandolienorchester aus Enkirch sorgt für gute Stimmung. Aber auch sonst hat der Moselort Flair und Charme. Umgeben von Wald und Weinbergen, mit architektonischen Kostbarkeiten des Jugendstils und der „Belle Epoche“ machen den Ort zu einem romantischen Erlebnis.
Mitten im Altstadtfest steht der historische Stadtturm. Ein eindrucksvolles Relikt aus der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Trarbach, die sich mit ihren zahlreichen Türmen, Halbtürmen und drei Stadttoren einst entlang des Moselufers und des Kautenbaches über den “Kästel”-Berg hinweg bis hinauf zur Grevenburg erstreckte. Heute dient der Turm, der ursprünglich noch um ein Stockwerk höher gewesen ist, als Aussichtsturm, von dessen Plattform sich ein herrlicher Blick über die Dächer der Doppelstadt bietet. Im Inneren ist eine Sammlung historischer Kamin-, Taken- und Ofenplatten aus dem Bestand des nur 50 Meter entfernten Mittelmosel-Museums zu sehen. Das Mittelmuseum präsentiert den Wohnstil einer wohlhabenden Patrizierfamilie des 18. Und 19. Jahrhunderts. Eine Besonderheit in der rheinisch-pfälzischen Museumslandschaft. Goethe, der preußische König Friedrich-Wilhelm IV. und der französische Dichter Apollinaire waren Gast in der stattlichen Barockvilla der Trarbacher Kaufmannsfamilie Böcking. Dieses vom großen Stadtbrand 1857 verschont gebliebene prächtige Patrizierhaus wurde um 1755 vom reichen Kaufmann und Landeskassierer Johann Adolf Böcking im Stil des Trierer Barock erbaut. In 20 Schauräumen findet sich wertvolles Mobiliar, Kunstgegenstände aus drei Jahrhunderten.
Noch etwas zum Stadtturm: Das Glockenspiel zum Stadtjubiläum “100 Jahre Stadt Traben-Trarbach” wurde auf Initiative des Vereins Traben-Trarbach Aktiv am 26. September 2004 eingeweiht. Mit 28 Bronzeglocken ist dieses Glockenspiel das größte im Moselraum. Täglich erklingen die Glocken zu den folgenden Zeiten: 12.00, 15.00, 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr.
Und der Gefangenenchor? Singen ehemalige Kriminelle? Woher kommt der Name? 1976 gründeten im Wohnraum von Karl-Hermann Storr sieben Mitglieder eine männliche Chorgemeinschaft zur Pflege des Heimat- und Volksliedes. Solche Ideen entstehen meistens in einem Gasthaus. Das Vereinslokal heißt heute noch „Im Kittche“, dort wo das ehemalige Gefängnis stand. Damit war der Namen klar. Anfangs belächelten die Einwohner den Chor, bei dem Namen, das kann ja nichts werden. Zwar sind Gerstensaft, Rebenblut und Sang untrennbare Geschwister, aber eine Schluckerbande ist es nicht geworden. Zum 10 Jährigen hieß es: „Haltet fest zusammen, auf dass der gute Name, den der Chor sich hat erworben, allzeit mit Fug und Recht genannt mög’ sein.  Bewältigt stets in frohem Eifer jede Klippe, auf dass in hundert, ach, was sag ich, tausend Jahren, wenn wir schon alle, alle nicht mehr sind, noch immer froh ein Lied aus diesem Chor erklinge. Nun walte Gott, dass es also geschehen möge!“ Immerhin singen sie schon 35 Jahre auf Festen, bei Trauungen und Geburtstagen.

Für kulturinteressierte bieten sich in Traben-Trarbach viele Möglichkeiten. Das Haus der Ikonen, ein Fahrradmuseum, das Puppenmuseum und das Buddha-Museum. Im Stadthaus „Alter Bahnhof“ ist noch bis zum 28. August die Janosch-Austellung zu sehen. Im Historischen Spielzeug-, Puppen- und Ikonenmuseum im Hofgut Stift Kloster Machern ist noch bis Donnerstag, 30. Juni die Sonderausstellung „Brot und Wein“ zu sehen. Die Ausstellung zeigt die Lebens- und Arbeitswelt der Winzerfamilien in der Zeit der beiden Weltkriege bis in die sechziger Jahre. Täglich von 10 bis 18 Uhr. 
Infos: Tel. 0 65 32 / 95 16 40. http://www.klostermachern.de

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# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 23. Juni 2011 um 19:25 Uhr in Mosel | 2544 Aufrufe

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