Burg Veldenz liegt in einem der schönsten Seitentäler der Mittelmosel, etwa drei Kilometer außerhalb des Winzerdorfes Veldenz auf einem steilen Felsen oberhalb des Ortsteils Thalveldenz. Der berühmte Weinort Bernkastel-Kues ist nur wenige Kilometer entfernt; auch Deutschlands älteste Stadt Trier ist in einer halben Autostunde erreichbar. Im Heimatmuseum der Villa Romana können sie sogar bis zur Steinzeit reisen. Hier finden auch Konzerte und Lesungen statt.

Saxofonkonzert am Sonntag 15. Januar 2017, um 16 Uhr in der Villa Romana, Veldenz

Zur Geschichte der Villa Romana: Während der Restaurierungen eines historischen Fachwerkhauses kam ein römische Badeanlage ans Tageslicht. Heute dient das Gebäude als Museum und „Haus des Gastes“. Im Keller befinden sich große Teile eines gut erhaltenen Bades. Die Reste der Hypokaustanlage im Keller der „Villa Romana“ können täglich besichtigt werden. Diese Form der Heißluftheizung stammt aus der römischen Antike und wurde zuerst nur in Thermen, später in römischen Häusern eingesetzt. Mit diesem System werden Böden und Wände mit einer angenehmen Temperatur gewärmt.

In der Villa Romana befindet sich auch ein kleines Heimatmuseum. Hier können Sie einen Blick in die Steinzeit werfen und über Kelten, Römer und Franken bis hin zur Grafschaft Veldenz Interessantes erfahren. Die Münzsammlung mit Dokumenten über die Geldgeschichte und 50 Veldenzer Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert ist eine Besonderheit des Museums. Die Villa Romana eignet sich auch zu einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein. Im Winter finden viele Konzerte und Lesungen statt. Auskunft: Verkehrsamt Veldenz, Fon 06534/1203

Oder wandern Sie zum Schloss Veldenz

Das ehemalige gräfliche Schloß Veldenz war die größte Burg an der Mittelmosel, bis es 1681 durch die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. zerstört wurde. Die weitläufige Ruine liegt in einem bei Mülheim abzweigenden Seitental der Mosel oberhalb des Ortes Thalveldenz auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn, in den die Anlage zum Teil eingegraben ist. Obwohl man nur wenige Gebäude wiedererrichtet hat, sind der Aufbau und die Wehrhaftigkeit der früheren Burg noch deutlich zu erkennen.

Nach dem erneuten Einmarsch französischer Truppen wurde die Ruine 1807 im Rahmen der französischen Nationalgüterversteigerung an Privatleute verkauft und diente zunächst als Steinbruch. Später bemühten sich die Eigentümer um den Erhalt der Burg und bauten einige Teile wieder auf. Heute ist das Schloß im Besitz der Familie Haufs-Brusberg. Der Rittersaal ist renoviert und historisch eingerichtet, hier feiert man Burgfeste, und es werden historische Rundgänge veranstaltet. Eine rekonstruierte und voll funktionstüchtige mittelalterliche Steinschleuder steht auf dem Burggelände. Die Kanone, die im Juli 1680 das Schicksal des Schlosses entschied, wird als Replik gelegentlich mit viel Schwarzpulver abgefeuert.

Das obere Tor trennt die Hauptburg von der Hinterburg. Diese, geschützt durch einen eindrucksvollen Halsgraben, befand sich mit umfangreichen Ökonomiegebäuden an der Stelle, die heute von drei Holzhäusern für Jugendfreizeiten genutzt wird. Das Tor wurde durch ein Fallgatter, in der Dimension eines Stadttores, gesichert.

Bilde

Die Bilde ist eine Art Schleuder, die von der Antike bis ins Hochmittelalter weit verbreitet war. Sie besteht in ihrer einfachsten Form aus einem langen Streifen Leder oder Stoff, der in der Mitte eine kleine Ausbuchtung für das Geschoss aufweist. Das "teuflische Werkzeug" wurde, initiiert durch den Fund zweier Bildenkugeln nach den Plänen von Eugène Viollet-le-Duc durch die Mittelaltertruppe "Compagnie du Ravin" aus Sedan rekonstruiert. Traditionell anlässlich des "Tages des Offenen Denkmals" schleudert die Maschine Wassermelonen fast 300 Meter weit.

Zwingeranlage

Rechts vom Zwingergebäude befindet sich in einem Loch der Wehrmauer eine Felskammer. Dort wohnt das Schlossgespenst, ein im Mittelalter lebendig eingemauerter "ewiger Wächter", der in einem gläsernen Schneewittchensarg gezeigt wird. "Hillebock" verlässt zuverlässig bei Vollmond zu Mitternacht den Sarg, um zur Kapelle und der wundertätigen Madonna zu geistern. Der Zwinger schützt den alten Zugang zur Burg durch drei ehemalige Tore.

Rittersaal

Ein großer Kamin, Eichentische, Truhen, Radleuchter, Ritterrüstungen und der Wandteppich "Kaiser Heinrichs Romfahrt" vermitteln ein mittelalterliches Ambiente. Ausgestellt sind original Fundstücke von Münzen bis zur Kanone. Eine "Ahnengalerie" zeigt die Wittelsbacher Fürsten des Fürstentums Pfalz-Veldenz. Der Raum mit rundbogigem Tonnengewölbe wird heute als Speisesaal und Küche für Jugendfreizeiten genutzt. 

Zisterne

Nach einer Sage warf die Mutter des Mädchens den "Ring der Treue" in die zehn Meter tiefe Zisterne. Das Geschenk des jungen Grafensohnes von Veldenz an das geliebte Mädchen verband dieses in ewiger Liebe und Treue, gegen alle Versuche der Mutter. Die Reste des weiter im Hof befindlichen Rundturmes stammen wahrscheinlich von dem Neubau des Vogtes von Hunolstein, seinem Burgsitz zu Veldenz von 1288.

Kapelle und Gerichtshaus

Die ehemalige Kapelle und der "Folterkeller" lagen ganz nah beisammen. Von der nach Osten ausgerichteten Kapelle mit einem noch vorhandenen Säulenstumpf gelangt man in den Keller des Gerichtsgebäudes. Zu Beginn der Neuzeit diente der Keller der Justiz zur Erpressung von Geständnissen und der Aburteilung von Verbrechern. Diese wurden in dem noch vorhandenen Felsenverlies bis zur Zuführung ihrer Strafe festgehalten. Vom Schloss aus ist die Hinrichtungsstätte mit dem damaligen "Dreibein" (Galgen) und der Ort der Verbrennung auf dem Berg neben der Keltenmauer gut zu sehen.

Ehemaliges Palagebäude

Die Überreste des mächtigen Palasgebäudes, der Wohnung der Grafenfamilie, befindet sich auf dem vorderen Teil des Felsrückens, der aus Grauwacke (Schiefer) besteht. Nach Funden waren die Wohnräume relativ komfortabel mit Kachelöfen ausgestattet.

 

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 10. Januar 2017 um 09:48 Uhr | 426 Aufrufe

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