„Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär“  Der ganze Moselort Zeltingen Rachtig verwandelt sich zu einer Bühne mit 100 Laienschauspielern und Musikern. Die Moseloperette „Zeltinger Himmelreich“, benannt nach der bekanntesten Weinlage in Zeltingen-Rachtig wird zu den Operettenfestspielen aufgeführt. Mit Humor und Selbstironie zeigen die Mosellaner ihr Verhältnis zum Kurfürstentum Köln im 18. Jahrhundert.

Der Solinger Komponist Werner Stamm komponierte 1953 den Walzer „Zeltinger Himmelreich“ für einen Wettbewerb der für den örtlichen Wein werben sollte. Der damalige Amtsbürgermeister Karl Theis hatte die Idee, aus dem Stück ein Singspiel zu machen. Werner Stamm schrieb die Moseloperette und es wurde 1955 zum ersten Mal aufgeführt. Das Stück erzählt über die kurkölnische Zeit um 1780, als die Mosel noch zum Erzbistum Köln gehörte.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Doppelgemeinde eine politische Enklave des Kurfürstentums Köln. Der Erzbischof Kunibert von Köln (623-663) stammte aus dem moselfränkischen Adel. Nach einer Überlieferung wurde er auf einer Burg bei Zeltingen geboren. Zeltingen-Rachtig gehört seit 1946 zu dem damals neu gegründeten Rheinland-Pfalz.

Und hier die Geschichte: Der Landesherr aus Köln fordert von den Moselbewohnern jährlich den Zehnten in Form von Wein. Damit die Moselaner dieser Pflicht entkommen, denken sie sich eine List aus. Sie erzählen dem Kurfürsten, dass der Wein in diesem Jahr sauer wie Essig sei. Daraufhin schickt der Kurfürst einen Boten, der den Wein prüfen soll. Der Bote, Vinzenz Schmitz, wird schnell heimisch in Zeltingen-Rachtig und vergisst seinen ursprünglichen Auftrag und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Na ja, so ganz wahr ist die Geschichte nicht. Die Operette wird seit 1987 alle zwei Jahre aufgeführt. Auf den Festspielen 2009 fand am 1. August die 100. Aufführung seit 1980 statt. Diese Operette ist in jedem Fall eine Reise nach Zeltingen-Rachtig wert.
Es gibt noch Karten für Sonntag, 24. Juli, Mittwoch, 27.Juli und Sonntag, 31.Juli, jeweils um 21.00 Uhr auf dem mittelalterlichen Marktplatz. Eintritt: 11/13 Euro. Infos: 06532-2404.

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Freitag, 22. Juli 2011 um 19:18 Uhr in Mosel | 2038 Aufrufe

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