Bald ist Ostern. Da werden Ostereier gefärbt, und versteckt, der Osterhase kommt zu manchen nach Hause und bei schönem Wetter wird ein Ausflug an die Mosel gemacht. Oder man fährt vom 8. bis zum 10. April zum Ostermarkt nach Trier. Übrigens: Ostereier haben schon die Armenier, die Russen und die Griechen gefärbt. Das Ei ist in der europäischen Kunstgeschichte das Symbol für die Auferstehung. Im Mittelalter wurde der zehnte Teil, die Steuerabgabe des Bauern an die Grundherren in Form von Eier bezahlt. Durch die Fastenzeit haben sich viele Eier angesammelt, die dann am Gründonnerstag als Zinseier Verwendung fanden.

Auf dem Trierer Ostermarkt finden sich leckere Osterspezialitäten, edle Weine und Brände und viel frisches Gemüse und Blumen. Am Sonntag den 10. April haben alle Geschäfte in der ältesten Stadt Deutschland geöffnet. Drei Tage lang von 10 bis 19 Uhr können österliche Dekorationsartikel, Filzdesign, und exklusive Goldschmiedearbeiten bewundern und dabei Ostereierbratwurst essen. Kinder können mit Heu basteln, malen oder Karussell fahren.
Der Ostermarkt befindet sich auf dem schönen Hauptmarkt, im Herzen Triers an der Mosel. Am besten genießt man das Treiben in einem Café und lässt die Architektur auf sich wirken.

Das Marktkreuz ist eines der ältesten bekannten mittelalterlichen Marktkreuze. Allerdings ist das Original im Städtischen Museum im Simeonstift zu sehen. Erzbischhof Heinrich I errichtete im Jahr 958 das Kreuz als Hoheitszeichen und Friedensmal. Über dem Kreuz liegt das Gotteslamm. Hier ist antike und mittelalterliche Architektur miteinander verbunden.

Der Petrusbrunnen wurde 1595 nach dem Vorbild des Nürnberger Tugendbrunnens errichtet. Wer genau hinschaut erkennt zahlreiche Spitzen gegen die Stadtregierung. Weisheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Mäßigkeit versammeln sich als Figuren am Brunnenstock. Hoch oben thront der Stadtpatron St. Peter. Der Bürgermeister bittet jedes Jahr zur Peter und Paul Messe mit einem Blumenstrauß den Petrus um schönes Wetter. Der lateinische Spruch über den Wasserspeiern bedeutet übersetzt ins Deutsche: Glücklich der Staat, wo das Szepter waltet, die Weisheit, 
wo Gerechtigkeit die Guten schützt und die Schuldigen straft,
wo Tapferkeit herrscht und Mäßigkeit alles regelt.
Solcher Tugend entquillt wie das Wasser aus springendem Brunnen
jegliches Heil des Volkes und des Staates dauernde Wohlfahrt.

Das größte Kleinod am Hauptmarkt ist die Steipe. Das Gebäude war ursprünglich eine offene Arkadenhalle und ist nach den Stützen, in Trierer Mundart Steipen, benannt. Seit 1483 steht das Gebäude an seiner Stelle. Das spätgotische Versammlungshaus und Festhaus demonstrierte in früherer Zeit das Selbstbewusstsein der Trierer Stadtbürger gegenüber ihrem Bischof und Kurfürsten. Bis ins 18. Jahrhundert diente es auch als Rathaus. Man besprach Gesetze in der Trinkstube und im Erdgeschoß tagte das Gericht.

Ganz in der Nähe steht das Rote Haus. Das dreigeschossige Gebäude wurde im Jahre 1683 für den Bäcker und Domsekretär Johann Wilhelm Polch erbaut. Wie an vielen Gebäuden in Trier blickt auch hier ein Heiliger vom Obergeschoss auf die Straße. Hier ist es der heilige Antonius von Padua. Die reichen Schmuckformen im Volutengiebel lohnen einen Blick nach oben. Über den Fenstern des ersten Obergeschosses steht die berühmte lateinische Inschrift „Ante Romam Treveris stetit annis mille trecentis, perstet et aeterna pace fruatur, Amen.“ Ins Deutsche übersetzt lautet der Spruch, der auf die legendenhafte Gründung der Stadt Trier durch einen trojanischen Fürstensohn hinweist: „Eher als Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre; möge es weiterbestehen und ewigen Friedens sich erfreuen, Amen.“

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 06. April 2011 um 23:38 Uhr in Mosel | 2317 Aufrufe

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