Das Weihnachtsdorf im Roscheider Hof bietet nicht nur eine tolle Weihnachtsstimmung, sondern es ist auch eine gute Gelegenheit sich die Ausstellungsräume anzuschauen. Ein Blick in den Friseurladen der 30er Jahre, oder in einen Krämerladen entführen die Besucher in eine vergangene Zeit. Bis in die 50er Jahre war der ländliche Krämerladen nicht nur der Ort, wo man sich mit Lebensmitteln versorgte. Hier erfuhr man auch, wie es dem kranken Opa aus der Nachbarschaft ging, oder ob die Kuh des Bürgermeisters schon gekalbt hatte. Die Ausstellung zeigt viele interessante Alltagsgeschichten aus der Vergangenheit, wie eine alte Schule aus der Kaiserzeit, ein Biedermeierwohnzimmer um 1840 oder eine Webstube.

In der Vorweihnachtszeit bietet das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz zum 10. Mal eine ganz besondere Attraktion. An den Adventswochenenden, 8./9.Dezember und am 15./16. Dezember (samstags 14.00 - 19.00 Uhr, sonntags 11.00 bis 19.00 Uhr) verbreitet das beliebte “Weihnachtsdorf” mit 33 Buden und Ständen seinen weihnachtlichen Zauber im Hofbereich und im überdachten Besucherzentrum des Museums. An den schön geschmückten Buden finden Sie Holzarbeiten, Karten, Kränzen, Patchwork und Naturmaterialien bis hin zu Schmuck und Edelsteinen, Honig, Weihnachtsgestecke oder das ein oder andere Weihnachtsgeschenk. Das Forstamt Saarburg bietet Wildbret an. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es Kromperschnittcher, Eintopf, Würstchen und geräucherte Forellen und als Nachtisch Waffeln, Gebäck, Popcorn oder Mandeln. Zum Abschluss ein Edelbrand oder Glühwein, und die Weihnachtsstimmung ist perfekt. Die Kinder werden an den Tagen gegen 16 Uhr vom Nikolaus beschenkt. Und natürlich haben alle Gäste des Weihnachtsdorfes an diesen Tagen freien Eintritt ins Museum und können auf rund 3500 Quadratmetern die vielen Innen-Ausstellungen besuchen.

Der Gutshof des “Roscheider Hofs” hat eine lange Geschichte. Heute dient der Hof als Ausstellungsgebäude. Zum Vierseithof gehören die Querscheune (Museumseingang und Werkstätten), ein Wiegehäuschen, mit einer Sammlung alter Waagen und die ehemalige Mistanlage, heute Besucherzentrum. Im Vierseithof sind auf 3500 qm thematische Ausstellungen, das Museumsrestaurant und Räume für die Museumsverwaltung.

Der Roscheider Hof wurde erstmals 1330 in einer Urkunde erwähnt. Bis zur Zeit der französischen Revolution 1794 war das landwirtschaftliche Gut im Besitz des heute noch bestehenden Benediktinerklosters St. Matthias in Trier. Das Gut wurde über Jahrhunderte von Pächtern bewirtschaftet. Ackerbau, Viehwirtschaft und zeitweise auch Weinbau gehörte zum Hof. Die Pächter zahlten ihre jährlichen Abgaben mit Naturalien, wie Korn, oder ein Schwein und mit Frondiensten. Nach der Klosterzeit wurde das Gut 1805 zugunsten der französischen Staatskasse versteigert und von Nicolaus Valdenaire, ein französischer Soldat, für 8500 Franc zusammen mit 28,8 ha Ackerland, 35,04 ha Wildland und 0,54 ha Weinbergen erworben. Nikolaus Valdenaire erweiterte das Gut durch den Erwerb weiterer landwirtschaftlicher Flächen und den Roscheider Hof durch umfangreiche Baumaßnahmen. Er und sein Sohn Viktor spielten in der Revolution von 1848 eine wichtige Rolle. Sie waren Abgeordnete im Provinzialparlament, im Landtag, in der preußischen Nationalversammlung in Berlin und im ersten deutschen Parlament in der Paulskirche in Frankfurt. Von 1865 bis 1871 war der Roscheider Hof eine privat geführte Landwirtschaftsschule. Später wechselten die Besitzer, die den Hof meistens an einen Pächter verpachteten. Mehr über die Geschichte steht in der Publikation “Der Roscheider Hof; Benediktinergut, Bauernschule, Freilichtmuseum”, im Museumsshop erhältlich. Weitere Infos. http://www.roscheiderhof.de

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 05. Dezember 2012 um 11:45 Uhr in Mosel | 1919 Aufrufe

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