Wein auf Bier, das rat ich dir" - so lautet ein altes Sprichwort.

Die Ursprünge dieses Sprichwortes liegen im Mittelalter. Wein war damals ein privilegiertes Getränk der Oberen und Herrscher. Einfache Arbeiter konnten sich Wein nicht leisten. Also trank das gemeine Volk eben Bier. Wer sich Wein statt Bier kaufen konnte, hat den sozialen Aufstieg erreicht. Wer wieder Bier trinken musste, war auf dem sozialen Abstieg. Daher wird davon abgeraten, Bier nach Wein zu trinken. Man will es ja nicht herausfordern. Der kleine Unterschied zwischen den beiden köstlichen Getränken: Im Wein wird Zucker vergoren und im Bier Stärke. Heute ist Bier genauso beliebt wie Wein. Sogar in der Moselregion werden hochwertige Biere hergestellt.

Die Klosterbrauerei Machern bei Bernkastel-Kues braut köstiche Biere zwischen romantischen Weinbergen. Das Kloster Machern ist seit 1238 ein bedeutendes Zentrum für Religion, Kultur und Lebensart. Die Kunst des Bierbrauens ist ohne die Klöster kaum vorstellbar. Ursprünglich galt das Bierbrauen nur dem eigenen Bedarf. Später wurde Bier auch in ihren Klosterschänken verkauft. Es gibt wohl kaum ein altes Kloster in Deutschland, in dem nicht Bier gebraut wurde. Jeder hatte sein eigenes Rezept. In der Fastenzeit wurde ein besonders kräftiges und nahrhaftes Bier getrunken, das auch „flüssiges Brot“ genannt wurde. Mit einem kräftigen Bier war der Verzicht auf feste Nahrung und Fleisch leichter.

Die Macherner Klosterbiere stehen seit 2004 für die erfolgreiche Verbindung von klösterlicher Brautradition und modernster Brautechnologie. Inhaber und Braumeister Michael Berthold ist darauf bedacht, möglichst viele Dienstleister und Betriebsmittel vor Ort einzukaufen. Mit hochwertigen Rohstoffen, möglichst aus der Region und viel Zeit für die Entwicklung der Geschmacksaromen, entstehen einzigartige Biere. Gruppenführungen durch die Brauerei werden von Dezember bis Februar angeboten.

Die Brauerei stellt verschiedene Biersorten her. Zu dieser Jahreszeit ist das Kloster Machern Weihnachts-Festbier sehr zu empfehlen. Das herzhafte, bernsteinfarbene Bier ist mit 5,7 % Alkohol kräftig und vollmundig im Geschmack, eine Spezialität für die Festtage. Erhältlich im Dezember. Das Winterbock Hell, naturtrüb wurde für die kalte Jahreszeit gebraut. Es besteht aus hellen Malzsorten und einer Reifezeit von ungefähr 10 Wochen im Lagertank. Ein rubinblondes, würzig und zartherbes Starkbier mit einer guten Ausgewogenheit. Alkoholgehalt: 6,8 %, Stammwürze: 16,8°. Dieses Bier ist von November bis zu den Festtagen erhältlich.

Stammwürze im Bier ist Oechsle im Wein

Der Stammwürzegehalt ist der Haupteinflussfaktor für den späteren Alkoholgehalt und den Nährwert des fertigen Bieres. Die Stammwürze wird mit Hilfe der Hefe zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren; das letzte Drittel der Stammwürze ist unvergärbarer Restextrakt. Was für die Bierherstellung die Würze ist, ist für die Herstellung von Wein der Most. Also Most wird zu Wein und Würze zu Bier durch die alkoholische Vergärung der Hefe. Das Mostgewicht wird in Oechsel angegeben, die Stammwürze in Grad Plato.

Bei obergärigen Bieren steigt die Hefe während der Gärung an die Oberfläche. Sie haben ein fruchtiges Aroma und sind generell nur kurz haltbar.

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks. Ihre Herstellung benötigt Reifung mit Temperaturen von weniger als 10 °C. Deswegen konnten diese Biere früher nur bis März gebraut werden.

Und jetzt noch etwas Geschichte: Das erste Bier wurde im altmesopotamischem Raum, zwischen Euphrat und Tirgis, hergestellt. Die Ägypter ließen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und bekamen so eine Art Bier. Die Kelten kannten mehrere Biersorten, insbesondere das weit verbreitete Korma bzw. Curma, ein einfaches Gerstenbier, und die Cervisia bzw. Cervesia, ein Weizenbier mit Honig für die wohlhabendere Bevölkerung.

Erst mit der Einführung des geregelten Braubetriebs durch Klosterbrauereien wurde die Grut, das ist eine Kräutermischung, nach und nach durch Hopfen verdrängt. Damals galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es einen geringeren Alkoholgehalt als heute hatte und durch das Kochen der Bierwürze weitgehend keimfrei war. Also sauberer als Trinkwasser. Es war ferner wegen seines Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung. Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Bier für den städtischen Fiskus und die um 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben.

 

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 15. Dezember 2016 um 16:43 Uhr | 763 Aufrufe

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